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Der englische Sattel (Pritschensattel)

© Jim Giddins - Fotolia.com

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© Mandy Bremse / PIXELIO

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© vivien monument - Fotolia.com

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Der Pritschensattel ist der im englischen Reitsport gebräuchlichste Sattel

Der englische Sattel lässt sich grob in drei Versionen unterteilen. Dressursattel, Springsattel und Vielseitigkeitssattel.

Zunächst einmal besteht jeder englische Sattel aus folgenden Teilen:

Der Sattelbaum

Er ist das "Herz" des Sattels. Alle anderen Teile werden um diesen Sattelbaum herumgebaut. Bestand der Sattelbaum früher immer aus Holz, gibt es heute verschiedenste Materialien, die alle besondere Eigenschaften aufweisen sollen. Heute gibt es Sättel mit z.B. Stahlfederbaum, Lederbaum, verschiedenste Holzarten, Kunststoff und sogar Fischbein. Je nach Material soll der Sattelbaum z.B. flexibel mitschwingen können oder besonders strapazierfähig sein.

Die Kammer des Sattels

Der vorne am Sitz angebrachte, bei manchen Sättel etwas zurückgezogene Bogen des Sattelbaumes, wird Sattelkammer genannt. Diese Sattelkammer darf niemals, auch nicht bei belastetem Sattel, auf dem Widerrist aufliegen, sonst passt der Sattel nicht. Es gibt für alle Pferdearten und Widerristhöhen verschiedene Kammerweiten.

Der Sattelkranz

Der hintere abgerundete Teil des Sattels wird Sattelkranz genannt.

Polsterung

Die dick gepolsterte Unterseite (Sattelkissen) wird im allgemeinen aus Pferdehaar oder einem Kunststoff hergestellt. Diese Polsterung muss immer gleichmäßig aufliegen und darf nicht klumpen. Ein Sattler kann von Zeit zu Zeit das abnehmende Polster wieder auffüllen. Man nennt das "Aufpolstern".

Pauschen

Pauschen sind Verdickungen am vorderen Rand der Sattelblätter. Sie werden vor allem bei Springsätteln gebraucht.

Sitzfläche

Die Sitzfläche ist für den Reiter sehr wichtig. Je nach Gewicht des Reiters gibt es unterschiedliche Formen und Größen. Der tiefste Punkt der Sitzfläche muss in der Mitte es Sattels liegen.

Sattelblätter

Die Sattelblätter sind die Seitenteile des Sattels. Sie lassen sich zum Nachgurten hochklappen. Ihre Form bestimmt die Art des Sattels. Sattelblätter müssen stabil sein und dürfen sich beim Reiten keinesfalls veschieben.

Gurtstrupfen

Die Gurtstrupfen halten den Sattelgurt. Sie befinden sich unter den Sattelblättern. Meistens haben englische Sättel 3 Gurtstrupfen. Einer dienst als Ersatz. Manche Dressursättel haben aber auch noch einen 4. Strupfen. Dieser ist für den Dressurvorgurt gedacht.

Der Sattelgurt

Er wird um den Bauch des Pferdes gelegt, daran wird dann der Sattel beiseitig befestigt. Ein Sattelgurt sollte aus weichem Material bestehen, aber reißfest sein.

Die Steigbügelfeder

Sie befindet sich im oberen Bereich des Sattels, knapp neben der Sitzfläche. An ihr werden die Steigbügelriemen befestigt. Die Haltevorrichtung ist mit einer Sturzfeder ausgestattet. Wie der Name schon sagt, soll sich diese bei einem Sturz öffnen und den Steigbügelriemen freigeben. So wird ein Hinterherschleifen des Reiters hinter dem Pferd verhindert. Die Sturzfeder muss stets gut gepflegt und gängig gehalten werden!

Die Steigbügel

Die Füße des Reiters ruhen in den Steigbügeln. Daher müssen diese groß genug für den jeweiligen Reiterfuß sein, aber auch nicht so groß, dass sich der Fuß durchstecken lässt. Es gibt auch spezielle kleine Kinderbügel, für Kinderfüße. Die Gummieinlage im Steigbügel gibt die nötige Rutschfestitgkeit.

Die Satteldecke

Sie polstert keinen schlechtsitzenden Sattel! Sie dient nur dazu, den Pferdeschweiß vom teuren Sattel fern zu halten. Satteldecken sind auf die verschiedenen Formen des Sattels zugeschnitten und können aus verschiedensten Materialien bestehen.

Wir unterscheiden 3 Versionen des englischen Sattels:

Der Dressursattel

Er zeichnet sich durch ein langes Sattelblatt aus. Das Reiterbein liegt so sehr nach am Pferdebauch und kann feine und direkte Hilfen geben. War der Standarddressursattel zunächst immer pauschenlos oder mit sehr wenig Pausche, so kam in den letzten Jahren eine neue Version mit z.T. sehr großen Pauschen auf den Markt. Dressurpauschen sollen dazu dienen, das Reiterbein weit zurück zu bekommen, um die Hilfengebung zu verbessen. Leider führen diese dicken Pauschen oft zum sog. Spaltsitz, einem weit verbreiteten Reiterfehler. Dressursättel gibt es in den verschiedensten Richtungen, je nach Sitzgröße und Geschmack. Man kann hier noch zwischen einem tiefen Sitz, einem normalen Sitz und einem Flachsitz wählen.

Der Springsattel

Für das Springen benötigt der Reiter einen besonders guten Halt. Deshalb haben Springsättel große Pauschen. Man kann zwischen Oberschenkelpauschen, normalen Vorderpauschen und Wadenpauschen wählen. Das Sattelblatt ist bei Springsätteln weit nach vorne gezogen und kurz, da Springreiter mit kurzen Bügeln reiten. Der Sitz ist flacher als bei Dressursätteln, damit der Reiter über dem Sprung viel Bewegungsfreiheit hat.

Der Vielseitigkeitssattel

Hier wird zwischen 2 Schwerpunkten unterschieden. Schwerpunkt Dressur (VSD) und Schwerpunkt Springen (VSS). Je nach Schwerpunkt ist das Sattelblatt länger oder kürzer und der Sitz entsprechend angepasst. Bei manchen Modellen kann man die Springpauschen zum Dressurreiten abnehmen. Für einen Allroundreiter ist dies wohl die beste Möglichkeit.

Anpassen des Sattels:

Der Sattel muss überall gleichmäßig auf dem Pferderücken aufliegen. Der tiefste Punkt muss in der Mitte liegen. Die Sattelkammer darf niemals auf den Widerrist drücken. Es gibt heute spezielle computergestützte Möglichkeiten einen Sattel anzupassen. Im Hinblick darauf, dass ein neuer Sattel nicht billig ist, sollte man ruhig einen Fachmann aufsuchen.